ein abstraktes Gemälde auf unserer Titelseite? Ja, aber eines, bei dem die Natur den Pinsel schwang. Was wir mit ein wenig Fantasie als Schmetterling interpretieren können, ist das Foto eines Planetarischen Nebels. Die wie eine Perlmuttschicht in irisierenden Farben schillernden "Flügel" sind Gasschwaden, die einst die äußeren Schichten eines Sterns bildeten, der das Fünffache der Sonnenmasse in sich vereinte. Am Ende seiner Entwicklung angekommen, blies der alternde Stern über etwa 2000 Jahre hinweg seine mit diversen chemischen Elementen angereicherte Hülle ins All. Der stellare Greis selbst, der mit seiner UV-Strahlung das Auswurfmaterial zum Leuchten anregt, ist in der Mitte des Nebels, dort wo sich der schmale Körper des Schmetterlings befindet, hinter dichtem Staub verborgen.
Was hat ein solches Himmelsobjekt nun mit Planeten zu tun? Nichts. Der Begriff Planetarischer Nebel ist historisch begründet: In den Teleskopen des ausgehenden 18. Jahrhunderts erschienen viele dieser diffusen Objekte den Beobachtern als runde, grünliche Scheibchen und ähnelten somit dem kurz zuvor entdeckten Planeten Uranus. Insofern haben Planetarische Nebel mit den Begleitern von Sternen genauso wenig zu tun wie der Große Wagen am Himmel mit einem entsprechenden Gefährt auf der Erde.
Ihre wahre Schönheit und Formenvielfalt offenbaren Planetarische Nebel erst
auf fotografischen Aufnahmen. Auch hier bleibt der Mensch seiner Neigung treu, in abstrakten Formen Vertrautes erkennen zu wollen. So, wie diese leuchtenden Perlen am ganzen Firmament verstreut sind, finden Sie sie hier im Heft: den Schmetterling in den Nachrichten (S. 13), die Eule und Jupiters Geist in der Rubrik Aktuelle Hinweise (S. 64/65), den blauen Schneeball, den Eskimo und die Hantel nebst einigen anderen schönen Figuren in der Leserbildgalerie (S. 92/93) und den wie eine Spiralgalaxie geformten Kohoutek 4-55 in unserer Titelgeschichte (S. 38).
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